Sauerland 2022
Das Jahr, in dem die Hobrs 1000 Trails ballerten.
Vier Tage Höchstleistung auf niedrigem Niveau.
Die Knochen werden älter und die Zeit immer knapper: Also hatten wir uns für die 2022er Hobr-Tour zur Naherholung enschieden. Wobei »Erholung« wie immer der denkbar ungünstigste Ausdruck für vier Tage Höchstleistung auf niedrigem Niveau – zumindest was den Radsport angeht. Diesmal am Start: dreimal bio, einmal elektrisch.
Unterkunft
Diesmal Selbstversorger: das Ferienhaus Sauerland, ein freistehendes Chalet mitten in Winterberg, Schneilstraße – große Küche, eigene Sauna, gemütlicher Pelletofen im offenen Wohn-Essbereich. Kochen statt Restaurant-Roulette, dafür Platz für alle vier und der kürzeste Weg vom Bett aufs Bike.
Empfehlung
Direkt am Ferienhaus startete der Trailpark Winterberg – 40 Kilometer Streckennetz übers Skiliftkarussell, kostenlos und für jedes Level. Den Uphill-Trail (eigentlich für E-Biker gedacht) sind wir gleich zweimal hochgestrampelt, zum Auftakt und zum Abschluss der Tour, als Abschlussvergnügen ging’s nach dem zweiten Uphill einmal den Fairy-Trail hinunter.
Der Auftakt gleich mit voller Kelle: 51 Kilometer und 1.230 Höhenmeter durch die Hunau und übers Sauerland-Höhenflug-Gebiet, vorbei an der Baldwin-Hütte und dem Rastplatz Sattelbogen. Zum Ausklang wartete direkt ums Eck vom Ferienhaus der Uphill-Trail Winterberg – eigentlich für E-Biker gebaut, aber von den Bio-Fahrern der Truppe genauso oft gequält erklommen wie vom elektrischen Vierten im Bunde entspannt hochgesurft.
Empfehlung
Der Clemensberg (840 m) ist mit seinem Gipfelkreuz einer der schönsten Aussichtspunkte über die Niedersfelder Hochheide – nur ist der Gipfel, auf dem man steht, gar nicht der echte: Der ursprüngliche, 839 Meter hohe Kegel wurde für den angrenzenden Diabas-Steinbruch fast komplett abgetragen, das Kreuz steht heute rund 450 Meter versetzt auf einem künstlich aufgeschütteten neuen Hochpunkt. Der Diabas selbst – auch Grünstein genannt – ist gut 320 Millionen Jahre alt und entstand, als flüssige Lava aus der Tiefe unter dem damaligen Sauerland-Meer zwischen die Gesteinsschichten drang und dort erstarrte. Bis heute werden am Berg täglich rund 3.000 Tonnen davon abgebaut – der Berg schrumpft also munter weiter.
Tour 2 führte über den Kahlen Asten – mit 841 Metern höchste Erhebung des Sauerlands – hinüber zur Ziegenhelle mit ihrem Aussichtsturm und durchs Femegericht „Freier Stuhl“, einen mittelalterlichen Gerichtsort mitten im Wald. An der Ziegenhelle ergab sich ein netter Plausch mit einer Wandergruppe, die uns freundlicherweise für ein Erinnerungsfoto ablichtete. 48 Kilometer, 1.130 Höhenmeter, dazwischen der Fairy Trail im Bikepark Winterberg als Absacker.
Absacker
Samstag, 25. Juni, Ausklang direkt am Ausgangspunkt: rüber ins Panorama Café-Restaurant am Erlebnisberg Kappe – standesgemäß nicht mehr im Bike-Dress, sondern schon in Jogginghose. Nebenan wurde gerade an der Fly-Line gebaut, die heute quer über den Berg saust – 2022 stand sie noch im Rohbau. Bier schlabbern mit Blick auf die Baustelle von morgen.
Der Königstag: 63 Kilometer und 1.440 Höhenmeter über den Clemensberg und – aus Gründen, die bis heute niemand erklären kann – gleich zweimal über den Ettelsberg bis nach Willingen, wo der Bikepark mit Flow-Country-, Freeride- und Enduro-Trail zum ausgiebigen Antesten einlud – das geht über eure Vorstellungskraft, die Hobr ham ne Bobmannschaft. Vier Stunden und 24 Minuten reine Fahrzeit – die längste und anstrengendste Etappe der Tour, mit Blick auf die Medebacher Bucht als Belohnung und einem zweiten Anstieg als Strafe.
Tag und Tour 4/4
Eieiei, keine Bilder mehr zu finden.
Empfehlung
Der Poppenberg-Trail führt hinab vom 746 Meter hohen Poppenberg mitten im Trailpark Winterberg, vorbei an der St.-Georg-Skisprungschanze mit ihrem weiten Blick übers Hochsauerland. Flowig, gut ausgebaut und ohne große technische Hürden – der perfekte Ausklang, bevor es ein letztes Mal den Uphill-Trail hinauf zum Ferienhaus ging.
Zum Ausklang der ruhigste Tag: 44 Kilometer durchs Orketal nach Medebach, vorbei an der Quelle der Ruhr – ja, der Ruhr, die hier als kleines Rinnsal entspringt, bevor sie Hunderte Kilometer weiter durchs Ruhrgebiet fließt. Zurück ging’s über den Poppenberg-Trail und ein letztes Mal über den Uphill-Trail direkt zum Ferienhaus – 780 Höhenmeter, spürbar entspannter als die Tage zuvor.













