Der Trip, bei dem einer praktisch schon Local war.


Diesmal geht’s in den Schwarzwald – für einen Hobr kein Neuland: Die Gegend, das Hotel und ein paar Streckenabschnitte kennt er schon von einer früheren „Paartourapie“ (offizielle Bezeichnung für einen Fahrradausflug zu zweit 💕). Der Rest der Truppe ließ sich überraschen: Drei Tage dichte Tannenwälder, Nebelschwaden und ein Postkartenmotiv nach dem anderen – ehrlich gesagt genau so, wie man sich Deutschland im Ausland vorstellt.

Quartier war das Berghotel Mummelsee, mitten im Nordschwarzwald direkt am gleichnamigen Karsee gelegen – mit rund 800 Metern Umfang und bis zu 18 Metern Tiefe größter und tiefster der sieben Karseen im Schwarzwald, entstanden vor über 10.000 Jahren durch Gletscher der letzten Eiszeit und benannt nach den weißen Seerosen, volkstümlich „Mummeln“ genannt (einer Sage nach aber auch nach den Nixen, den „Mümmlein“, die dort in einem Kristallschloss gehaust haben sollen). Kürzere Wege zwischen Zimmer, Frühstück und Trailhead gibt’s im Schwarzwald kaum – vom 28. bis 30. August 2026.



Vesper mit Ausblick gibt’s in der Grinde-Hütte auf 1.155 m – höchster Punkt im Nordschwarzwald.

Die Schwarzenbachtalsperre zeigte sich gerade unfreiwillig nackt: Wegen Sanierungsarbeiten an der Staumauer ist der größte Stausee im Nordschwarzwald noch bis Oktober 2026 komplett trockengelegt – erst das vierte Mal in seiner 100-jährigen Geschichte. Statt Wasser gab es Schlamm und freigelegte Seegrund-Mondlandschaft zu bestaunen.

Eigentlich sollte Tag 1 das ruhige Ausrollen nach zwei harten Tagen werden – ursprünglich geplant für Tag 3. Die Wetterprognose entschied kurzfristig anders, und so wurde aus dem Cool-down kurzerhand das Einrollen am Freitag. Los ging’s bei Nebel und Regen, ehe der Tag doch noch bestes Wetter bereithielt. Mit dem Wandertransfer hoch zur Grinde-Hütte, Vesper mit Blick bis zu den Vogesen – die Hütte thront dabei auf einem Hochmoor, das seit über 6.000 Jahren wächst und damit deutlich älter ist als jedes Wanderziel drumherum. Dann die Abfahrt: naja, wir kamen heil an – auch wenn der Busfahrer, an dem wir vorbeirauschten, über unser Tempo eher geflucht als gestaunt haben dürfte. Abends Essen im Hotel – mehr gibt’s in der Gegend um den Mummelsee auch nicht, und mehr braucht’s auch nicht.



Der Hirschlochtrail gehört zu den anspruchsvollsten Strecken der Region – nichts für Ungeübte, und an diesem Tag auch für uns hart an der Grenze.

Auch der Buchbach Flowtrail hatte es in sich – und dürfte unserem Material den Rest gegeben haben.

Die alte Rohrbrücke liegt in Mitteltal an der Murg, mitten im „Tal der Hämmer“ – hier standen einst Hammerwerke und Mühlen, die die Wasserkraft des Flusses nutzten. Bei gutem Wetter eine Top-Adresse für eine kurze Rast.

Die Trails an Tag 2 hatten es in sich: Der Ar…, äh, Hirschlochtrail ist nichts für Ungeübte, und auch für uns war er einen Tick zu viel. Vermutlich hat dann der Buchbach Flowtrail dem Material vollends den Rest gegeben: Ein Knall, ein Zischen – Dr. Hobrs Dämpfer segnete das Zeitliche. Diagnose danach: Luftkammer noch intakt, aber am Rebound-Rädchen trat Öl aus – logisch eigentlich, Luftfeder und Ölkreislauf sind im Dämpfer zwei komplett getrennte Systeme, die sich nur das Gehäuse teilen, vermutlich hat’s dem Wellendichtring am Rebound-Nadelventil den Garaus gemacht. Ohne Öl im Kreislauf baut der Kolben keinen hydraulischen Widerstand mehr auf, das Zeug fließt einfach ungebremst durch – Federung ging noch, Rebound war komplett fertig. Den Rest der Tour also auf einem Flummi, was sich vor allem auf den längeren Asphaltpassagen unangenehm anfühlte.



Vorfreude auf den letzten Tag Richtung Kloster Allerheiligen – die aber ebenfalls der rapide verschlechterten Witterung zum Opfer fiel. Wir trafen eine erwachsene Entscheidung, fuhren nach dem Frühstück Richtung Heimat und drehten unterwegs noch eine Ersatzrunde bei allerbestem Wetter. Im Gepäck: Holzofenbrot (ja, mit Betonung auf Ofen) vom Mummelsee – verputzt haben wir es dann standesgemäß mit Butter und Salz in der „Bischoffer Toskana“ am Aartalsee, mit Blick ins heimische Aartal – ehrlich gesagt ist es bei uns im Lahn-Dill-Bergland auch einfach traumhaft. Nächstes Jahr geht’s nach Willingen – und direkt danach steht schon das Jubiläum an. Wohin es dann geht, wird sich zeigen.